Vergleich der Versicherungen

Wie für den Ernstfall optimal versichern? Eine Frage, die im Zusammenhang mit der Sicherheit in Bezug auf die private Unfallversicherung nicht nur immer wieder auftaucht, sondern die hier an besonderem Gewicht gewinnt. Denn mit der Entscheidung für einen der denkbaren Durchführungswege werden in der Regel langfristig Weichen gestellt. Ein späterer Kurswechsel kann mitunter schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein, wenn etwa aufgetretene Erkrankungen den Einstieg in ein neues Versicherungskollektiv unmöglich machen.

Wer sich als Verbraucher wirksam absichern will, muss daher bereits früh entscheiden, welcher Bedarf wie zu decken ist. Aus diesem Grund ist eine Gegenüberstellung der einzelnen Versicherungsarten unerlässlich, um jene Optionen ausschließen zu können, die nicht auf die persönlichen Lebensumstände passen und im Ernstfall sogar zu einer entscheidenden Deckungslücke führen können.

Um die Qualität der einzelnen Versicherungsarten zu beurteilen, ist es angebracht, sich dem Vergleich aus mehreren unterschiedlichen Richtung anzunähern. Betrachtet man nur den Anspruch, ein Maximum an Sicherheit für das bisher erzielte Einkommen über eine breites Spektrum unterschiedlicher Leistungsursachen zu erreichen, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung das Vorsorgeinstrument Nummer 1. Lässt sich mit deren Hilfe bzw. durch die Leistung BU-Rente doch ein Einkommensersatz realisieren, egal, ob der Leistungsfall durch Unfall, Krankheit oder einen anders gearteten Kräfteverfall entsteht.

Das Problem: Die Berufsunfähigkeitsversicherung legt aufgrund dieser besonderes Stellung die Hürden für Neuzugänge hoch. Neben dem ausgeübten Beruf, der maßgeblich über die Beitragshöhe bzw. die Antragsannahme entscheiden kann, gehören der Gesundheitszustand sowie andere individuelle Rahmenbedingungen (noch in Ausbildung befindlich, freiberuflich tätig, keine abgeschlossene Berufsausbildung usw.) zu den möglichen KO-Kriterien.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Regelmäßig tauchen Auseinandersetzungen zwischen Versicherungen und Verbrauchern in den Medien auf, in denen es um Verfahren geht, in denen trotz Berufsunfähigkeit der Leistungsfall bestritten wird, da der Grad einer Berufsunfähigkeit unter Umständen nur bedingt eine messbare Größe ist.

Rente vs. Einmalzahlung – nicht jeder Bedarf wird gedeckt

Im Vergleich der einzelnen Versicherungsarten müssen aber nicht nur deren Eignung in Bezug auf den Einkommensersatz berücksichtigt werden. Auch die Art und Weise der Kapitalleistung spielt eine Rolle. So sichert die BU-Versicherung zwar auf dem Papier durch die Rentenzahlung das finanzielle Überleben. Einen sofort auftretenden Mehrbedarf deckt die reine Berufsunfähigkeitsversicherung aber selten. Behindertengerechte Umbauten, Behandlungen durch spezialisierte Ärzte im privatmedizinischen Rahmen nach einem Unfall werden so – trotz der relativen Einkommenssicherheit – zu einem Problem. Stützt man sich auf diesen Leistungsbereich, haben Versicherungen wie die private Unfallversicherung oder die Dread-Disease-Versicherung die Nase vorn.

Hinzu kommt aber ein weiterer Aspekt, der im Vergleich zwischen den einzelnen Vorsorgearten keinesfalls ausgeblendet werden darf – die Ursache für das Entstehen eines Leistungsfalls. Einen wirklich umfassenden Schutz bieten nur die Berufsunfähigkeits- und die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, da hier in Bezug auf die ursächliche Wirkung keine Einschränkungen gemacht werden. Unfall- und Dread-Disease-Versicherung sind dagegen eher als Ausschnittsversicherungen zu verstehen, die ihre Leistung auf definierte Ursachen beschränken – wie Unfall oder schwere Krankheit.

Fazit: Ein Vergleich unterschiedlicher Versicherungsarten mit variierenden Versicherungsleistungen ist alles andere als einfach – besonders dann, wenn ein hohes Maß an finanzieller Sicherheit als grundlegendes Ziel dahintersteht. Die Entscheidung für eine der möglichen Versicherungsarten bzw. deren sinnvolle Kombination muss daher letztlich unter dem Eindruck individueller Rahmenbedingungen fallen, zu denen auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gehört. Denn eine BU-Versicherung, welche den Versicherten überdurchschnittlich belastet, wird den in sie gesetzten Ansprüchen selten auf ganzer Linie gerecht.

Zudem spielt die Frage eine Rolle, ob nur der Versicherungsnehmer oder auch dessen Angehörige abzusichern sind. Denn speziell Kinder sind im Alltag besonderen Risiken ausgesetzt und können nur in wenige Vorsorgeinstrumente – wie die private Unfallversicherung – eingebunden werden.

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